Was kostet eine Website 2026 wirklich?
Vom Freelancer bis zur Premium-Agentur — was Sie bekommen, was Sie zahlen, wo die versteckten Kosten liegen.
Der 28. Juni 2025 ist vergangen. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ist in Kraft — und ein erschreckend hoher Anteil deutscher Websites ist noch immer nicht konform. Bußgelder bis zu 100.000 €, Abmahnrisiko, Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen: Wer jetzt wartet, sammelt Risiko. Dieser Audit-Guide zeigt Ihnen, wo Ihre Website steht — und was als nächstes zu tun ist.
Das BFSG ist die deutsche Umsetzung der EU-Richtlinie 2019/882 (European Accessibility Act). Es verpflichtet seit dem 28. Juni 2025 alle relevanten Unternehmen dazu, ihre digitalen Produkte und Dienstleistungen nach WCAG 2.1 AA zugänglich zu machen. BFSG-konform
Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern oder über 2 Millionen Euro Jahresumsatz, die digitale Produkte oder Dienstleistungen anbieten. In der Praxis: nahezu jedes Unternehmen mit einer kommerziell genutzten Website oder einem Webshop.
Die vier Grundprinzipien — Wahrnehmbar, Bedienbar, Verständlich, Robust — übersetzen sich in konkrete technische Anforderungen:
outline: none ohne Ersatz)<html lang="de">Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 100.000 € geahndet werden. Zusätzlich drohen Abmahnungen durch Wettbewerber — analog zur DSGVO-Abmahnwelle nach 2018. Unternehmen riskieren außerdem den Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen.
Chrome DevTools hat einen eingebauten Accessibility-Checker, den Sie sofort und kostenlos nutzen können.
Ergebnis-Interpretation:
| Score | Bewertung | Handlungsbedarf |
|---|---|---|
| 90–100 | Gut | Manuelle Prüfung trotzdem nötig |
| 70–89 | Mittleres Risiko | Priorisierung und Umsetzungsplan |
| 50–69 | Hohes Risiko | Sofortiger Handlungsbedarf |
| Unter 50 | Kritisch | BFSG-Verstoß sehr wahrscheinlich |
Lighthouse findet automatisch nur etwa 30–40% aller WCAG-Verstöße. Ein Score von 95 bedeutet nicht BFSG-Konformität — für eine rechtssichere Aussage ist eine manuelle Prüfung unerlässlich.
Die kostenlose WAVE Browser-Extension von WebAIM gibt Ihnen visuelles Feedback direkt auf Ihrer Seite — ohne Wechsel in eine separate Oberfläche.
Installation: wave.webaim.org → Browser-Extension für Chrome oder Firefox herunterladen.
So lesen Sie die WAVE-Ergebnisse:
Gehen Sie Ihre drei wichtigsten Seiten durch (Startseite, Kontaktseite, eine Leistungsseite) und notieren Sie alle roten Symbole. Das ist Ihre erste Prioritätenliste.
Unzureichende Farbkontraste sind der häufigste WCAG-Verstoß auf deutschen Websites — und einer der am einfachsten zu behebenden.
Das Tool: WebAIM Contrast Checker (webaim.org/resources/contrastchecker)
WCAG 2.1 AA Anforderungen:
Grauer Text (#999999) auf weißem Hintergrund — Kontrastverhältnis 2,85:1. Nicht konform. Lösung: Dunkleres Grau verwenden, z.B. #767676 auf Weiß ergibt 4,54:1 — knapp konform.
Das ist der Schritt, den die meisten Website-Verantwortlichen noch nie gemacht haben — und der die relevantesten Probleme aufdeckt.
Vorbereitung: Maus oder Trackpad zur Seite legen. Nur Tastatur verwenden.
Tastatur-Shortcuts für die Navigation:
Was Sie prüfen und notieren sollten:
outline: none in CSS ohne visuellen Ersatz. Viele Designer entfernen den Standard-Fokus-Rahmen aus ästhetischen Gründen — ohne einen gleichwertigen Ersatz zu implementieren. Das ist ein WCAG-Verstoß.
Google kann Bilder nicht sehen — und Screenreader-Nutzer auch nicht. Alt-Texte sind die Brücke.
Schnellprüfung in der Browser-Konsole (F12 → Console):
// Bilder ohne Alt-Attribut — kritischer Fehler
document.querySelectorAll('img:not([alt])').forEach(img => {
console.error('Kein Alt-Attribut:', img.src);
});
// Bilder mit leerem Alt — korrekt für dekorative Bilder
document.querySelectorAll('img[alt=""]').forEach(img => {
console.info('Dekoratives Bild (leer OK):', img.src);
});
// Bilder mit suspekten Alt-Texten (zu kurz)
document.querySelectorAll('img[alt]').forEach(img => {
if (img.alt.length > 0 && img.alt.length < 5) {
console.warn('Sehr kurzer Alt-Text:', img.alt, img.src);
}
});
Was gute Alt-Texte leisten:
alt="") — damit Screenreader sie überspringenNicht alle WCAG-Verstöße sind gleich kritisch. Diese Priorisierung hilft Ihnen, den größten Risikobereich zuerst zu adressieren.
<html lang="de">)Das ist der Aspekt, über den die wenigsten Unternehmen nachdenken — und der einen doppelten Return on Investment liefert. Eine BFSG-konforme Seite rangiert in den Suchergebnissen inhärent höher. Genau die strukturelle Sauberkeit, die WCAG verlangt, wird vom Google-Algorithmus belohnt.
| WCAG-Anforderung | SEO-Auswirkung |
|---|---|
| Alt-Texte auf allen Bildern | Bessere Bildsuche, mehr semantischer Kontext für Google |
| Semantisches HTML (h1–h6, nav, main) | Klarere Inhaltsstruktur, besseres Crawling |
| Sauberer Code ohne Overhead | Schnellere Ladezeit, bessere Core Web Vitals |
| Ausreichende Farbkontraste | Bessere Lesbarkeit → längere Verweildauer → positives Nutzersignal |
| Vollständige Tastaturnavigation | Niedrigere Absprungrate, bessere UX-Signale |
| Fokus-Indikatoren | Kein verstecktes Verhalten, das Crawler verwirrt |
Für die eigene Orientierung sind die beschriebenen Tools ausreichend. Für drei Szenarien brauchen Sie mehr:
BFSG-Schnellaudit in 3–5 Werktagen ab 350 €. Vollaudit mit Screenreader-Test und Audit-Report PDF ab 800 €. Für Neuprojekte: BFSG-Zertifizierung im Business-Webdesign-Paket (9.500 €) enthalten.
Seit dem 28. Juni 2025 sind die Spielregeln klar. Wer wartet, sammelt Risiko. Wer jetzt handelt, reduziert das Bußgeldrisiko, verbessert die Google-Sichtbarkeit und öffnet die eigene Website für Nutzer, die bisher ausgeschlossen waren.
Beginnen Sie mit dem kostenlosen Lighthouse-Audit heute. Notieren Sie die roten Flaggen. Und wenn Sie eine professionelle Einschätzung brauchen — wir sind in einem Werktag mit einer Rückmeldung.